Erster Spatenstich startet Bau der B56n Ost

b56n-ost_spatenstich_lowJetzt wird endlich das begonnen, worauf so viele im westlichen Kreis Heinsberg sehnsüchtig warten: Am gestrigen Montag nahmen Vertreter von Bund, Land und Kommunen, unter ihnen der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Enak Ferlemann und der Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Harry K. Voigtsberger, den Spaten für den ersten Stich zum Bau der B56n Ost in die Hand. Damit kann der dritte und letzte Bauabschnitt der so wichtigen Verbindung zwischen der Autobahn 46 vor Heinsberg und dem niederländischen Autobahnnetz begonnen werden.

Für NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger ist die neue B56, die 2017 freigeben werden soll, eine “neue wichtige Achse im Westen, die die Ballungsräume in Deutschland und den Niederlanden näher zusammenrücken lässt und eine Lücke im europäischen Fernstraßennetz schließt”.

Rund acht Kilometer wird die dreispurige Trasse zwischen K13 bei Vinteln und der A46/B221 lang sein, zwei Kontenpunkte und insgesamt 10 Bauwerke beinhalten. Die rund 39,3 Millionen Euro Baukosten dieses Teils machen fast die Hälfte der Gesamtbaukosten der B56n in Höhe von 84 Millionen aus.

Die immer wieder kritisierte lange Bauzeit von jetzt noch fünf Jahren versuchte Staatssekretär Enak Ferlemann mit den vielen komplexen Brückenbauwerken alleine im dritten Bauabschnitt zu erklären. Hier seien besonders die Überführung des Saeffeler Baches und der Selfkantbahn zu nennen. “Die neue B56 wird die wirtschaftliche Attraktivität der ganzen Region erhöhen und die vorhandenen Ortsdurchfahrten entlasten”, erklärte er in seiner Rede. Sein Ministerium schätzt für das Jahr 2020 eine Verkehrsbelastung der B56n von rund 19.000 Fahrzeugen pro Tag. Die an die alte B56 grenzenden Orte werden nach Fertigstellung der B56n um ca.5.000 Fahrzeuge pro Tag entlastet.

In abschließenden Worten brachte Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen - auch im Namen seiner Amtskollegen und der Bürger - seine Freude über den Baubeginn des letzten Abschnitts zum Ausdruck. “Wir freuen uns alle sehr auf die Straße, auch auf positive Entwicklungen für die Wirtschaft. Die Bürger werden die unvermeidlichen Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahmen gerne ertragen”.

Auch der Landtagsabgeordnete Bernd Krückel unterstrich die Bedeutung der neuen Bundesstraße mit den Worten: “Man wartet auf die Straße!”. Wenn er schon mal die Verantwortlichen Behördenvertreter von Bund und Land vor Ort habe, dann wolle er sich nicht die Chance entgehen lassen, an die ausstehende Fortführung der B 221 von Heinsberg Richtung Ortsumgehung Unterbruch zu erinnern. “Öffnen Sie vor Weihnachten Ihr Herz für die B 221″ appellierte er an Voigtsberger und Ferlemann.

4 Kommentare

  1. Wie viele Tote hat es auf der Umgehungsstraße Geilenkirchen (B 56/B221) gegeben? Wie viele Verletzte? Um die Unfallzahlen zu verringern wurden kleine Plastiktrennsäulen in Höhe der Ein-/Ausfahrten installiert. Als das nicht half, hat man Geschwindigkeitsmessanlagen eingerichtet, mit geringer Erfolgsquote.

    Der Fehler aber lag eindeutig (nachträgliche Änderungen sind der beste Beweis dafür!) in der Planung: sämtliche Auffahrten befanden sich in Steigungs- und Kurvenbereichen. Weiterhin wurde die Übersicht für auf- und abbiegenden Verkehrsteilnehmer durch die in den ersten Jahren aufgestellten Verkehrs- und Hinweiszeichen mehr als stark beeinträchtigt.

    Mit immensen zusätzlichen Kosten wurden viel Jahre später diese Bereiche umgebaut, damit beim Auf- bzw. Abbiegen nicht mehr die Gegenfahrbahnen gekreuzt wurden, Paralleleinfädelung möglich wurde und auch das Auf- und Abfahren an den angebundenen Straßen ohne Linksabbiegung z. T. ermöglicht wurde. Beispiele für Teilverbesserungen sind der Umbau bei Hatterath/Gewerbegebiet Selka, die Anbindung in Niederheid, bei Bergerhof, die neue Abfahrt an und der Umbau der alten bei Hommerschen, an der B221 nach Übach-Palenberg, die Anbindung Immendorf-Süd/neue Umgehung Baesweiler-Boscheln.

    Warum werden jetzt bei der Anbindung der B56n an die 221 bei Donseln wieder die gleichen widersinnigen Fehler gemacht???

    Wieso wird die Anbindung dieser jetzt schon stark frequentierte Straße an die B56n/A46 nicht als ein “Kleeblatt” gestaltet, damit jede Linksabbiegung, jedes Kreuzen einer anderen Fahrbahn vermieden werden!!!???

    Aus welchem Jahrhundert stammen die Planer? Zeitalter der Pferdefuhrwerke?
    Müssen erst wieder Tote und Verletzte zu beklagen sein, damit eine sachgerechte Lösung nachträglich mit viel Aufwand und zusätzlichem finanziellen Aufwendungen geschaffen wird?

    Oder ist das als “Arbeitserhaltungsmaßnahme” zu verstehen? Wir bauen erst einmal widersinnig/gefährlich und bauen dann um. So erhält man die Arbeitsplätze der Planer, die Arbeitsplätze der Straßenbauer und kann weitere Steuermillionen ausgeben. Zwischenzeitlich zu beklagende Menschenleben oder Verletzte zählen nicht, es sei denn, man denkt schon voraus: an die Arbeitsplätze von Ärzten, Rettungsdiensten, Bestattern, Kfz-Mechatronikern, etc..
    In welcher Bananenrepublik leben wir eigentlich?!

  2. Verehrter Herr Nieren,

    wir leben in der Bananenrepublik Deutschland. Wussten Sie das noch nicht?
    Das ist das Land in dem Autofahrer jedes Jahr mit zig Milliarden Euro zur Kasse gebeten werden und wo nur ein Bruchteil davon in die Verkehrsinfrastruktur zurückfliesst. Mit dem Rest werden alle möglichen Haushaltsbereiche gestützt, Zinsen für unsere immense Staatsverschuldung gezahlt und wenn dann noch was übrig ist können alle möglichen Politiker und Verwaltungsbeamte sich einen schönen Nachmittag bei einem ersten Spatenstich machen.
    Sollen die Bürger doch froh sein wenn überhaupt mal wieder eine Strasse neu gebaut wird. Da braucht es dann schon 5 Jahre um knapp 8 Km Strasse zu bauen. Das knappe Geld erlaubt keinen schnelleren Baufortschritt. Und dann noch so planen, dass teuere Folgekosten durch Umbauten und Beseitigung von Gefahrenstellen von vorne herein ausgeschlossen is? Kostest doch viel zu viel. Später, wenn es nötig wird,kann man ja immer noch umbauen. Dann hat es zwar ein paar Tote mehr gegeben aber dann werden die Kosten aus anderen Titeln bezahlt. Dann wollen Sie sogar noch ein “Kleeblatt” als Anbindung? Wovon träumen Sie? Wer soll das bezahlen? Ausserdem brauchte man ja dann nicht mehr warten um ein- oder abbiegen zu können. Vorbei die schönen Zeiten in denen man 5-8 Grünphasen brauchte um am Autobahnende vorbei zu kommen und in denen man die herrliche Landschaft geniessen konnte. Natürlich wäre es schön wenn die Ausfahrten in Blauenstein, Straeten und Tripsrath so gebaut würden, dass auch Linksabbieger weniger als eine Viertelstunde brauchen um auf die B221 zu kommen. Aber Autofahrer haben doch Zeit. Deshalb wird auch die Anbindung der neuen EK5n bei Schleiden unverändert bleiben. Hier sind zwar in Zukunft auch Staus und Unfälle vorprogrammiert aber die Autofahrer sind doch selber schuld. Sollen sie doch zu Hause bleiben oder mit der Bahn fahren. Die fährt zwar erst in einem guten Jahr ab Heinsberg aber ein Sabbat-Jahr würde doch gegen drohenden Burnout helfen. Und auf der Straße ist dann auch wieder ein Auto weniger.
    Sicher wäre es auch schön gewesen, wenn man die B221 zwischen der Ausfahrt Tripsrath und dem Autobahnende wechselnd 1-/2-spurig ausgebaut hätte, schliesslich fuhren 2005 schon mehr als 22000 Fahrzeuge am Tag zwischen den Ausfahrten Tripsrath und Straeten. Eine zweispurige Straße verkraftet zwar höchstens 20000 Fahrzeuge am Tag ohne Staus aber trotzdem hat man lieber die Umgehung bei Immendorf ausgebaut. Dort fahren zwar wesentlich weniger Fahrzeuge aber so eine geschwungene dreispurige Straße sieht doch leer viel schöner aus.
    Sie sehen, Herr Niessen, Bananenrepublik kann man sich richtig schön reden. Man müsste zum Beispiel Politiker sein. Dann könnte man das ohne mit der Wimper zu zucken oder rot zu werden.
    Ich kann es leider nicht wirklich. Ich werde immer noch rot. Rot vor Wut, wenn ich jeden Tag von Heinsberg nach Aachen zur Arbeit fahre und für 35 Km mehr eine Stunde brauche. Und wenn ich an die Tankstelle fahre und mir bewusst wird, dass von jedem Liter Benzin mehr als 2/3 an Vater Staat gehen und weniger als 10% davon an die Autofahrer in Form von Strassen zurückfliessen dann bekomme ich einen dicken Hals vor Wut. Aber dicker Hals und roter Kopf sind nicht gut für die Gesundheit. Vielleicht sollte ich doch den vorzeitigen Ruhestand mit 50 anstreben. Die Sozialkassen sollten ja prall gefüllt sein vom Geld der Autofahrer…

  3. Liebe LeserInnen des Selfkantbloggers

    Heute hatte ich ein Informationsblatt des CDU-Ortsverbandes Saeffelen/wehr in meinem Briefkasten. Ein Bericht dazu passt wie Faust aufs Auge.

    Schreibe dazu mal etwas und oste es dann.

  4. Liebe LeserInnen des Selfkantbloggers

    Ich erinnere mich gerade an ein Buch aus meiner Kindheit: „Die Schildbürger“ von Erich Kästner. Er erzählt darin unzählige Geschichten von „klugen“ Menschen. Damals dachte ich, dass dieses Buch eine alternative zu „Grimm’s Märchen“ war, dass Menschen doch wirklich nicht so dumm sein könnten.

    Eine dieser Geschichten lautete ungefähr so:
    Baumstämme in die Stadt tragen:
    Die Schildbürger fällen Bäume und wollen nun die Stämme in ihre Stadt bringen. Sie stellen fest, dass das Stadttor zu schmal ist: die Baumstämme passen der Breite (eigentlich der Länge, denn sie tragen sie parallel zur Mauer!) nach nicht durch. Also reißen sie links und rechts vom Tor die Stadtmauer ein, bis die Stämme hindurchpassen. Als die Schildbürger fertig sind, merken sie, dass es doch viel einfacher gewesen wäre, die Baumstämme der Länge nach durch das Tor zu tragen. Sie tragen nun also alle Baumstämme wieder aus der Stadt, mauern die Stadtmauer links und rechts wieder zu und tragen die Stämme abermals – nun der Länge nach – durch das Tor in die Stadt.

    Aber warum schreibe ich das? Naja, was die Schildbürger in Schilda waren, sind heute so manche Politiker in der Gemeinde Selfkant, im Kreis Heinsberg, aber auch im Land und gar in Berlin. Sie liefern immer wieder Stoffvorlagen für weitere, neue Geschichten. Es lebe halt Schilda.

    Herr Nieren hat aus seiner Sicht die Begleitumstände um den „Lückenschluss“ zwischen der A 46 am jetzigen Ende in Heinsberg Dremmen und dem Anschluss an das niederländische Autobahnnetz beschrieben. Die ganzen Fehler, die gemacht wurden und immer wieder gemacht werden. Erfahrungslernen – Fehlanzeige. Naja, sind eben nicht alle Pfadfinder – learnung by doing.

    1989, das war das Jahr des Mauerfalls, des Einreißens des Eisernen Vorhangs, wie Churchill 1946 die Grenze zwischen Ost und West bezeichnete.
    Und wenn zuvor schon die Menschen in Osteuropa 40 Jahre lang nach Gütern, nach Waren aus dem Westen lechzten, die westlichen Industrienationen nach neuen Absatzmärkten suchten, wer könnte da auch nur im entferntesten annehmen, dass die Güter einmal auf Straßen quer durch Europa transportiert würden. Eben West – Ost und nicht mehr nur Nord Süd. Und welcher Politiker hätte es damals schon ahnen können, dass die teilweise noch aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts stammenden Straßen – gedacht für Ochsenkarren und Pferdefuhrwerke mit ihren engen Bebauungen jetzt plötzlich von 40 Tonnern befahren würden. Dass sich täglich 10, 12 ach was sage ich 15.000 Fahrzeuge durch dieses Nadelöhr „Saeffelen“ zur A 46 oder zurück quälen würden.

    Heute hatte ich ein Informationsblatt des CDU-Ortsverbandes Saeffelen/Heilder in meinem Briefkasten. Einer der drei Artikel befasste sich mit der neuen „Umgehungsstraße Saeffelen“.
    Unter der Überschrift „Der CDU-Ortsverband setzt sich weiterhin für eine Umgehungsstraße Saeffelen ein“ wird mir versucht deutlich zu machen, wie stark besagte Gruppierung am Wohle der Bürgerinnen und Bürger entlang der „L 228“ in der Ortsdurchfahrt Saeffelen interessiert ist. Es wird berichtet, dass der Kreis Heinsberg im Frühjahr 2012 – 23 Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs – eine Umweltverträglichkeitsstudie für diese Umgehung hat durchführen lassen und die Ergebnisse derzeit bei den entsprechenden Stellen besprochen werden. Mit einer – ohne Verzögerung – prognostizierten Fertigstellung in 2020, über 30 Jahre nach dem Mauerfall.

    Na Prima. Wo war diese CDU, wo waren diese Politiker denn in den 80er und 90er Jahren? Wo waren sie, als vor fast 25 Jahren die betroffenen Menschen nach Lösungen suchten? Nach Ortsumgehungen? Wo waren sie, als 1989 – auch mit diesem Thema – die Grünen in den Rat der Gemeinde Selfkant einzogen? Wo waren sie und welche Positionen vertraten sie eben vor fast 25 Jahren?
    Achja, die Herren Nießen (Ortsvorsteher Saeffelens) und Reyans(Kreistagsabgeordneter) – sind bestimmt „Zugezogene“, die die letzten Jahre des ausklingenden 20. Jahrhunderts hier im Selfkant nicht mitbekommen haben. Die Vorschläge, die damals u.a. auch auf dem Tisch im Selfkänter Rathaus, bei Ausschuss- aber auch Ratssitzungen lagen, nicht kennen.
    Aber eben auch nicht mitbekommen haben, dass zwischenzeitlich der besagte Lückenschluss zwischen dem niederländischen Autobahnnetz und dem deutschen, der dann bis an die Rheinschiene oder eben auch gen Osten geht, bis auf die letzten 8 km fertig gestellt ist.

    Oder aber verstehe ich hier etwas falsch. Wollen sie einen Wettkampf ausführen zwischen der B 56n und dieser neuen Umgehung, welches Bauprojekt als erstes das Eröffnungs- und Verkehrsübergabeband durchgeschnitten bekommt?
    Statt abzuwarten wie hoch die Belastung wirklich ist nach Fertigstellung der B 56n, oder gar nicht nur eine Verkehrszählung an einem Punkt durchführen sondern die entsprechenden Verkehrsströme zählen und sie anschließend zu analysieren, die heute über besagte L 228 (ab-)fließen. Beides liegt übrigens ja auch heute schon vor.

    Im Grund ist diese jetzt an den Tag gelegte Aktivität ja schon löblich, nur kommt sie 20 Jahre zu spät. Und das entlarvt auch gleichzeitig die gewählte Überschrift: „Der CDU-Ortsverband setzt sich weiterhin für eine Umgehungsstraße Saeffelen ein“.
    Wie war das noch einmal mit den Baumstämmen, die nicht durch’s Stadttor passten?

    Einen sommerlichen Gruß aus dem Selfkänter „Schilda“.

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